Unsere Learnings zu Facebook 360 Grad

Das Facebook Live Video Format und 360° Aufnahmen haben sich längst in den Newsfeeds der Social Media Netzwerke etabliert. Zeit für eine Zwischenbilanz von unserem Social Media Designer Johannes. Im Interview haben wir ihn um eine persönliche Einschätzung gebeten und über Do’s und Dont’s bei der Produktion gesprochen.


Beitragsbild_Learnings_Facebook Live

1. Wie viele Erfahrungen hast Du mit 360° Formaten schon gemacht?

Ich habe vor ca. einem Jahr begonnen, mich dem Thema zu widmen, um insbesondere für Facebook 360° Inhalte zu erstellen. Allerdings war das 360° Thema zu dieser Zeit noch nicht wirklich bugfrei nutzbar. Auch die Kameras, die zur Verfügung standen, waren noch nicht das, wonach ich gesucht habe. Dann hat das ganze Thema vor ca. einem halben Jahr rasant an Fahrt aufgenommen und ich konnte mich mit der Kamera und der Animation von Inhalten beschäftigen. Mittlerweile erstelle ich regelmäßig 360° Inhalte für unsere Kunden, sei es ein Video, eine Animation oder beides kombiniert.

2. Wo siehst Du klare Vorteile?

360° Videos erzeugen eine große Aufmerksamkeit und ziehen den Zuschauer mit ins Geschehen hinein. Da er selbst aussuchen kann, wo er hinschaut, gibt es dem Betrachter das Gefühl, eine eigene Entscheidung treffen zu können. Dadurch wird er auch stärker in den Inhalt involviert.

3. Was stellt Dich vor die größte Herausforderung?

Die Herausforderung ist nach wie vor, das Medium richtig einzusetzen. Es macht keinen Sinn, 360° Videos zum Selbstzweck zu produzieren. Beispielsweise einfach verschiedene Bilder in einen Raum legen, die man sich durch einen Kameraschwenk nacheinander ansehen kann. Das Setting sollte genutzt werden, um Storys zu erzählen, die ohne 360° weniger fesselnd wären. Außerdem ist es immer noch wichtig, den Betrachter nicht alleine zu lassen. Es ist erforderlich, eine Richtung vorzugeben, in die sich die Story entwickelt und Hinweise zu geben, wo im Bild als nächstes etwas geschieht, ansonsten kann der Zuschauer sehr schnell enttäuscht werden, wenn er immer an die falsche Stelle schaut, an der gar nichts passiert.

4. Welche Hardware ist wann am besten geeignet?

Man kann sich entscheiden zwischen Consumer 360° Kompaktkameras und der deutlich kostspieligeren Variante der 6 GoPros, die man in ein Rig montiert. Hier ist abzuwägen, wie viel Zeit man für Dreh und Postproduktion hat und wie hoch das Budget ist, das für die Produktion zur Verfügung steht. Die Qualität ist bei der zweiten Variante natürlich deutlich besser aber auch die Videoaufnahmen der aktuellen Kompaktkameras können sich mittlerweile sehen lassen. Auf jeden Fall sollte man versuchen, nicht erheblich unter 4k Auflösung zu produzieren.

5. Welche zusätzlichen Tools würdest Du empfehlen/gern nutzen?

360° Aufnahmen machen am meisten Spaß, wenn sie von einem Ort stammen oder Situationen zeigen, die man so nicht erleben würde. So eignet sich zum Beispiel eine Drohne wunderbar, um dem Zuschauer das Gefühl zu geben, zu fliegen.

6. Wie setzt Du das Format im Arbeitsalltag ein?

Im Moment kommen 360° Formate vor allem im Ads Bereich zum Einsatz. Oft geht es darum, abstrakte Vorgänge zu visualisieren und erlebbar zu machen. Hierzu eignet sich das Format sehr gut, um eine Marke kennenzulernen oder über ein Produkt informiert zu werden.

7. Welche Kamera und Programme nutzt Du?

Ich nutze im Moment die Samsung Gear 360 für Videoaufnahmen. Animationen erstelle ich mit After Effects CC und dem Plugin Skybox Mettle.

8. Worauf sollte man bei der Bildaufteilung und der Motivwahl achten?

Die Bildaufteilung existiert tatsächlich so gut wie nicht mehr. Man sollte nach Möglichkeit versuchen, jeden Bereich ansprechend zu gestalten. Aber gerade wenn man ein Video dreht, muss man sich manchmal mit einer hässlichen Ecke, die eben auch mit drauf ist, zufrieden geben.

9. In welche Design-Gefilde bewegen wir uns in den nächsten Jahren, was denkst Du?

Ich denke, 360° ist ein kleiner Vorgeschmack auf das wirklich bewegende Thema VR und AR. Ich bin mir sicher, dass hier in Zukunft noch einiges weiterentwickelt und auch einfacher zugänglich gemacht wird. Gerade für Social Media bietet sich die Technologie an, da so endlich wirklich interaktive Inhalte gepostet werden könnten und mehr passiert als nur den Blickwinkel zu ändern.

 

Hab vielen Dank für Deine Zeit Johannes und auch für die zahlreichen Tipps und Tricks!


Wenn auch Ihr 360 Grad oder Live Content erstellen wollt und Fragen dazu habt, dann freuen wir uns auf Eure Nachricht oder Anruf.


Christin Hoehne

Christin ist Projektmanagerin bei der Socialmarketingagentur. Nach Ihrem Studium des Medienmanagements arbeitete sie zunächst bei einem etablierten E-Commerce Unternehmen in den Bereichen Produktmanagement und Online Marketing. Der Wunsch, weiter in die Tiefen des Social Media Marketing einzutauchen, führte sie schließlich zur SMA, wo sie die verschiedenen Social Media Kanäle regelmäßig mit News und Infos aus der Branche bespielt. Weil sie sich zwischen ihrer Liebe zur Musik und dem Drang, die Welt zu entdecken, nicht entscheiden kann, ist sie in ihrer Freizeit oft und viel mit dem passenden Soundtrack im Ohr unterwegs.

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